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Archive for Juli 2011

Nach einigen Tagen der Regeneration startet nun langsam schon wieder das Training für die Herbstwettkämpfe. Ein später Höhepunkt im Frühjahr (und mein bekannter und üblicher Formeinbruch schon relativ bald im Herbst) hat leider den Nachteil, das für Sommerpause nicht wirklich viel Zeit bleibt. Aus diesem Grund habe ich ja tw. schon im Juni die Intensität rausgenommen und stattdessen die Umfänge im GA1 Tempo leicht erhöht. Unterbrochen von der Taperings- und Regenerationwoche vor bzw. nach dem HM sollen diese (~70km) nun beibehalten werden.

Während ich es letzte Woche noch ziemlich ruhig angehen ließ (nur Läufe im Recom oder GA1 Bereich) gab es heute zur Einstimmung auf die kommenden Wochen wieder eine kleine Intervalleinheit: 10x400m mit 400m Pause. Diese Einheit war aber nur zur Gewöhnung an das W Tempo und nicht zum Setzen irgendwelcher Trainingsreize gedacht. Somit fiel das Tempo mit 98-100 sec (bzw. 14,5km/H –> aufgrund von Dauerregen musste das Band herhalten) auch relativ verhalten aus. Die restlichen Einheiten dieser Woche darf ich dann wieder im GA1 Bereich absolvieren.

So richtig los geht es dann ab nächster Woche. Damit wären wir auch schon beim Thema Ziele. Nachdem ich mein großes Ziel für heuer die vermaledeite 1:40 endlich geknackt habe (und nebenbei mit 44:23 auch die sub 45 über 10km) sind mir diese nun irgendwie ausgegangen. Ich peile zwar noch ne offizielle Verbesserung der 10km Zeit an, aber wie weit ich die unterbieten kann lasse ich mir vorerst mal offen. Ich will einfach in dem von mir bisher eingeschlagenen Weg weiter trainieren und schauen was dann raus kommt.

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Im Vorfeld des Wettkampfes war ich so nervös wie schon lange nicht mehr.  Auch wenn ich in den letzten Wochen immer wieder gesagt habe, dass das im Pitztal wohl nichts wird, wusste ich in den Tagen vorm Start, dass die Chance auf die 1:40 wohl so groß wie noch nie sei. Zum Einen war die Wettervorhersage genial (15°C und bewölkt) zum Anderen konnte ich meine Form noch irgendwie über den Juni bringen.  Die beiden Kerntempoeinheiten (4×3000 mit 2min Pause bzw. die abgewandelten 4/3/3) lief ich mit nem Schnitt von knapp unter 4:40. Theoretisch würde dies für ne ~1:38 sprechen. Aber wirklich nur theoretisch, denn dafür muss wirklich alles passen und ich darf mir nicht den kleinsten Fehler erlauben. Von daher wäre ich schon mit PB zufrieden gewesen.  Diese würde schon schwer genug zu erzielen sein, müsste ich doch rund 25sec pro Kilometer schneller sein als in den letzten beiden Jahren und das auf einer Strecke, auf der man sich aufgrund des Profils nicht nach irgendwelchen Marschtabellen richten kann.

Das Rennen

Der Startschuss wurde wie immer mittels Kanone abgefeuert. Und los ging es. Um auf den ersten 8 Kilometern Talauswärts nicht zu überpacen und somit Kraft zu sparen hatte ich mir vorgenommen, mich auf diesem Teilstück nach meinem Puls zu richten, da ich mit dieser Taktik vor 2 Jahren ganz gut gefahren bin.  Rund 86% sollte der Tacho anzeigen und das klappte auch ganz gut. Je nach Steilheit lief ich Kilometerzeiten zw. 4:09 und 4:40 (der flache 4te, hier musste ich gehörig pushen und 86% ging da bei weitem nicht).

Doch wie immer war diese Passage viel zu schnell vorbei. Grausam war der Übergang vom bergab ins Flache (ja für gut 500m ging es mal flach dahin). Das fühlte sich an als wie wenn man von irgendwas gestoppt wird und es dauerte in paar Meter bis sich die Beine daran gewöhnten.  Ab Kilometer  10 war dann endgültig Schluss mit lustig. Auf den nächsten 7 Kilometer warteten rund 250 Höhenmeter.  Zuerst schlängelte sich der Weg nur leicht steigend dahin.  Genau so leicht wie ich es eigentlich gar nicht mag: Kilometerzeiten kann man nicht mehr halten, man muss aber dennoch ständig arbeiten und büßt dabei wertvolle Kraft ein. Dennoch lief ich immer noch zw. 4:50-5:00.

Kurz vor Kilometer 10 hieß es dann die Anzeige auf der Uhr von Pace auf Gesamtzeit zu wechseln. Yes 44:26, damit zumindest mal ne inoffizielle 10er PB aufgestellt. Schnell wieder retour und weiter kraxeln.

Kurz nach der Kilometer 13 Marke wurde es nun richtig steil (10-15%) dazu wechselte der Untergrund von Asphalt auf Kies. Eine Tatsache die mich gehörig zum Fluchen brachte, denn schon seit ~ KM7 hat sich in meinem rechten Schuh (bzw. dem darin steckenden Fuß) eine Blase gebildet und ich spürte jeden Stein.

Endlich hatte ich die Wende bei Kilometer 15 erreicht. Nen Einbruch war noch nicht in Sicht und zudem bot der nächste Kilometer die Chance zur Erholung, da es zur Abwechslung mal wieder runter ging. Den Schwung konnte ich gleich noch in KM 17 mitnehmen. So nun noch 3 Kilometer überstehen. Doch die hatten es noch einmal in sich. Die Strecke bot nun kurze Anstiege gefolgt von kurzen Bergabpassagen. Hier wurden die vorangegangen Anstrengungen deutlich, denn es fiel mir immer schwerer von bergauf auf bergab umzuschalten und ich brauchte an jeder Kuppe ein paar Sekunden ehe ich wieder Gas geben konnte.  Ganz schlimm war dies beim letzten Anstieg kurz vorm Teufelslappen. Beim Reinlaufen in den Anstieg hatte ich noch 2 Konkurrenten überholt, doch oben zogen die beiden wieder an mir vorbei. Zudem konnte ich mittlerweile kaum mehr auftreten.  Mein rechter Fuß tat höllisch weh.

Doch es hieß nur noch wenige Meter zu überstehen. So versuchte ich noch einmal den Schmerz zu unterdrücken.  Irgendwann schaltet ich auf der Uhr wieder auf die Gesamtzeit um (bis dahin wusste ich überhaupt nicht wie ich lag). Und was sah ich 1:35:xx. Yes die 1:40 habe ich endlich.  Nen paar Meter  weiter blicke ich noch einmal auf die Uhr. Hm das könnte ja sogar… Also noch einmal Gas gegeben und nen ordentlichen Zielsprint hingelegt. Ganz hat es dann leider nicht gereicht. Die Uhr zeigte

1:38:03

an (somit Platz 1 in der AK-20).

Kurz ärgerte ich mich zwar über die 4 Sekunden, die ich eindeutig an der letzten Kuppe versemmelt hatte (meine beiden Konkurrenten hatten die 1:38 geknackt). Doch als ich meine Blase begutachtete stellte ich mir die Frage wie ich es überhaupt ins Ziel geschafft hatte.  Die Blase hatte nämlich die Ausmaße von 5x3cm!!! und war an 2 Stellen blutig. Auftreten war nun endgültig unmöglich, ich konnte mich nur noch auf allen 4 oder hüpfend fortbewegen.  Um überhaupt wieder in nen Schuh zu kommen blieb mir nichts anderes übrig, als das Ding mehrmals aufzustechen.

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